Das Schleudern des Honigs

Wenn man von Bienen spricht, denkt man immer als erstes an Honig und gerade wegen des Honigs werden sie am häufigsten gehalten. Von den Blüten sammeln die Bienen süßen Nektar oder verschiedene Sorten von Honigtau und bringen dies in den Bienenstock, wo sie es in den Waben ablegen. Für ein Kilogramm Honig müssen die Bienen einige Millionen Blüten besuchen. Der in den Bienenstock gebrachte Honig enthält viel Wasser. Dieses entfernen die Bienen so, dass sie den Honig von Zelle zu Zelle bringen und hierbei durch Flügelschlagen einen Luftzug verursachen, der die Wasserdämpfe aus dem Stock entfernt. Wenn der Honig in den Waben ausreichend verdickt ist – man sagt, dass er gereift ist – bedecken die Bienen sie mit Deckeln aus Wachs und schützen den Honig so vor Feuchtigkeit. Blütenhonig muss von den Bienen längere Zeit verdickt werden, während aus Honigtau bestehender Honig bereits am Anfang weniger Wasser enthält. Wenn man zu der Einschätzung gelangt, dass der Honigvorrat in dem Stock groß genug ist, bereitet man sich auf die angenehmste, aber auch sehr anspruchsvolle Imkerarbeit vor – das Schleudern des Honigs.

Abbildung 1: Die Waben im Bienenstock sind voller Honig
Die Bienen haben den Stock mit süßem Honig gefüllt, den sie in den Honigwaben lagern. Der Bienenstock ist in den Brutbereich und den Honigraum unterteilt. Im Brutbereich ist die Königin und die neue Brut, während sich im Honigraum der gelagerte Honig befindet. Beide Räume sind in der Regel durch ein »Schied« genanntes besonderes Netz voneinander getrennt, welches den Zugang der Königin zu den Honigwaben verhindert, während die Bienen diese Absperrung überwinden können. Auf der Abbildung sieht man mit Honig gefüllte Waben, welche die Bienen bereits mit Deckeln aus Wachs verschlossen haben, was ein Zeichen ist, dass der Honig gereift ist und geschleudert werden kann.

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Abbildung 2: Entnahme der vollen Honigwaben und das Abstreifen der Bienen
Bevor man mit dem Honigschleudern beginnen kann, müssen die Waben aus dem Stock entnommen werden und die Bienen entfernt werden. Wabe für Wabe wird aus dem Honigraum entnommen und in eine besondere Vorrichtung gesetzt, wo eine Art von besonderer Besen die Bienen in ein darunter sich befindliches Gefäß abkehrt. Wenn alle Waben aus dem Honigraum abgekehrt sind, schüttet man die sich in dem Gefäß befindlichen Bienen wieder unverletzt zurück in den Stock.

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Abbildung 3: Öffnen der Waben
Wenn man die Bienen von den Waben entfernt hat, bringt man diese in den Raum zum Schleudern des Honigs. Man setzt sie in den Ständer zum Öffnen der Waben ein und entfernt mit speziellen Imkergabeln die wächsernen Abdeckungen, mit denen die Bienen den Honig verschlossen haben, um diesen vor Feuchtigkeit zu schützen.

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Abbildung 4: Einsetzen der Waben in die Honigschleuder und das Schleudern des Honigs
Die geöffneten Waben setzt man in die Honigschleuder ein und betätigt diese. Beim Drehen drückt die Zentrifugalkraft den Honig aus den Waben an den Rand der Zentrifuge, was auf der Abbildung gut zu sehen ist, wovon der Honig dann in den unteren Zentrifugenteil läuft. Wenn die Wabe auf der einen Seite ausgeschleudert ist wird die Schleuder angehalten und die Wabe umgedreht, damit auch der Honig auf der anderen Seite der Wabe ausgeschleudert werden kann. Die leeren Waben setzt man den Bienen wieder zurück in den Stock, aus dem man sie zuvor herausgeholt hat.

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Abbildung 5: Honig – ein Geschenk der Natur
Wenn das Honigschleudern beendet ist, wird der Honig zur Lagerung beziehungsweise zur Abfüllung aus der Schleuder in Gefäße gefüllt, aus denen er später in Gläser umgefüllt wird und zum Verkauf angeboten wird. Mit diesem Herstellungsverfahren garantieren die slowenischen Imker eine Spitzenqualität ihrer Erzeugnisse, welche nicht mit Honig aus unbekannter Herkunft und mit unbekanntem Herstellungsverfahren verglichen werden kann, den man auf den Regalen verschiedener Einkaufszentren zu lächerlich geringen Preisen finden kann.

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Honig ist schon seit jeher ein geschätzes Nahrungs- und Heilmittel; es ist ein Produkt der Bienen und man kann sagen, dass in ihm ein Stück unberührter Natur liegt; er wurde bereits von Homer und Demokrit besungen, und Pythagoras hat gesagt: "Wenn ich keinen Honig essen würde, wäre ich vierzig Jahre früher gestorben."

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